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Mittwoch, 19. Januar 2011 um 18:34 Uhr
Förderung der Photovoltaik soll stärker gekürzt werden

Die Bundesregierung will die Förderung von Solarstromanlagen offenbar schneller kürzen als bisher geplant. Bereits in diesem Jahr könnten die Gelder um neun bis 15 Prozent zusammengestrichen werden, heißt es in Berlin. Die Modulhersteller scheinen die Pläne zu billigen.

Die Solarbranche boomt - im vergangenen Jahr wurden so viele Photovoltaikanlagen auf den Dächern installiert wie noch nie. Dabei dürfte nicht nur das Umweltbewusstsein eine Rolle spielen, denn wer sich für eine Solaranlage entscheidet, der kann sich auch über Subventionierung freuen - die gibt es in Form eines garantierten Abnahmepreises für Solarstrom.

Im vergangenen Jahr hatte sich die Bundesregierung entschlossen, bei der Solarförderung Kürzungen vorzunehmen und zwar in mehreren Schritten. Zuletzt wurde die Förderung zum 1. Januar dieses Jahres gekürzt.

Der von vielen befürchtete Einbruch bei der Nachfrage mit den entsprechenden Folgen für die Branche ist aber ausgeblieben - im Gegenteil: der Boom scheint anzuhalten. Die Bundesregierung will deshalb noch mehr kürzen als ohnehin geplant.

Die nächste Kürzung bei der Solarförderung wäre eigentlich zum Januar 2012 fällig. Nun will Bundesumweltminister Norbert Röttgen aber schon zum Juli kürzen - und zwar zusätzlich zu den ohnehin geplanten Kürzungen zum Jahreswechsel. In welchem Umfang, das soll davon abhängen, wie groß die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in der ersten Jahreshälfte ist. Im Mai soll Bilanz gezogen werden und abhängig davon dann der Abnahmepreis für Solarstrom vermindert werden - je nachdem zwischen neun und 15 Prozent.

An der ohnehin geplanten Kürzung zum Jahreswechsel in Höhe von neun Prozent will die Bundesregierung festhalten, so dass sich die Kürzungen unterm Strich innerhalb eines Jahres auf bis zu 24 Prozent belaufen könnten. Das allerdings ist keine einsame Entscheidung - offenbar trägt die Branche den Kurs mit. Um das deutlich zu machen, will Bundesumweltminister Röttgen die Pläne demnächst gemeinsam mit dem Bundesverband Solarwirtschaft präsentieren. Offenbar kann Röttgen auch auf die Unterstützung von SPD und Grünen zählen.

Um die Kürzung der Solarstromsubventionierung war im vergangenen Jahr noch heftig gestritten worden. Kritiker der Förderung bemängeln, dass die Solartechnik unverhältnismäßig hoch subventioniert werde - die Förderung der Solarenergie beträgt 40 Prozent der Ökoenergieförderung, während der Anteil der Solarenergie an der Ökoenergie nur bei neun Prozent liegt. Hinzu kommt, dass auch die Preise, die Eigenheimbesitzer für die Module zahlen müssen, deutlich gesunken sind.

 

 

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